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Aus dem Alltag: 13 Monate Mama – Ein kleines Fazit und neue Weisheiten

Irgendwie kann ich mich gar nicht mehr so richtig an mein „altes“ Leben vor dem Mama-Sein erinnern. Wie fühlt es sich an einen richtigen Feierabend zu haben? Oder einen ganzen Sonntag verkartert zwischen Bett, Sofa und Küche zu pendeln? Komisch, dass man all das so schnell vergisst. Dabei ist es nicht einmal zwei Jahre her, dass ein kleiner blauer Strich mich schlagartig aus meinem bisherigen Tun und Sein riss, von dem ich bis zu einem verschneiten Tag im Dezember 2014 dachte, das es einen Sinn hat. Doch irgendwie wurde dieser Sinn erst an diesem besagten Tag geboren. Das klingt jetzt ganz schön kitschig. Aber was soll ich machen?! Ich bin nunmal verliebt.

Nun bin ich schon seit über einem Jahr Mama und mache mir so meine Gedanken, wie ich diese für mich doch recht ungewohnte Rolle meistere. Zunächst einmal habe ich festgestellt, dass ich noch immer die gleiche Person bin wie früher, habe immer noch die gleichen Träume und immer noch keinen Thermo-Mix. Möchte reisen, schreiben, ausgehen. Aber jetzt eben alles mit einem kleinen Mann on top, durch den ich meine Prioritäten ganz neu setze. Auf einmal funktioniert Zeitmanagement bei mir und obwohl wir zu jeder Verabredung mindestens eine halbe Stunde zu spät kommen, kann ich wirklich sagen, dass ich mit Kind viel organisierter bin. Und gelassener. Dinge über die ich mich früher geärgert habe, sind es nun nicht mehr wert, dass ich meine Zeit damit vergeude. Denn Zeit ist so kostbar. Eine weitere Weisheit, die ich in diesem viel zu schnell vergangenen Jahr gelernt habe.

Doch auch wenn ich meinen kleinen Mann natürlich nicht mehr missen möchte, denke ich doch in dem ein oder anderen Moment an die Dinge, die nun erst einmal nicht mehr möglich sind. Einfach mal spontan verreisen oder nochmal ein längerer Auslandsaufenthalt. Und auch im Alltag wünscht man sich manchmal ein bisschen Freiheit zurück. Ausschlafen zum Beispiel. Ja, irgendwie kann man schon sagen, dass man mit Baby in gewisser Weise sein selbstbestimmtes Leben aufgibt. Aber schon beim nächsten herzzereißenden „Mama“, weiß man wieder, dass es das auf jeden Fall wert ist.

Neben der Dauermüdigkeit gehören nun noch einige merkwürdige Eigenschaften zu meinen regelmäßigen Begleitern, die ich eigentlich partout nicht ausstehen kann. Eine davon ist das permanente Vergleichen mit anderen Müttern. Warum beschäftigt es mich, dass die Wohnungen von anderen aussehen wie Ausstellungsräume in einem Möbelhaus während unser Zuhause eher einem schlecht sortierten Flohmarkt gleicht?! Dabei mag ich Möbelhäuser nicht einmal. Neulich während eines Babytreffs in einer dieser besagten Wohnungen war ich kurz davor die Frage zu stellen, ob es noch eine zweite Küche gibt, in der gekocht und gegessen wird. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass diese glänzende Designerküche, in der nicht eine einzige schmutzige Tasse oder Breischale auf der Ablage stand, und in der ich mich nicht einmal getraut habe das Waschbecken zu betätigen, tatsächlich im Alltag genutzt wird. Auf solche Dinge hätte ich früher niemals geachtet. Vielleicht war ich aber auch einfach nie in solche Wohnungen eingeladen 🙂 Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn. Das Vergleichen mit anderen Müttern ist wirklich anstrengend und führt letztendlich zu nichts. Denn noch eine Eigenschaft schleicht sich mit dem Mama-Sein ein: Das Sich-und-das-Baby-vor-anderen-Müttern-immer-von-der-besten-Seite-zeigen-Wollen, auch wenn die Wahrheit meistens ganz anders aussieht. So stecken hinter einer „durchgeschlafenen Nacht“ meist nicht mehr als vier Stunden Schlaf am Stück. Und hinter der Allround-Mutter mit Möbelhaus-Wohnung eine putzwütige Schwiegermutter. Also weg mit dem Neid und das Leben genießen. Denn wie sagte schon ein berühmter Philosoph: „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“

Und jetzt widme ich mich wieder meinem kleinen Glück, das gerade sein Mittagsschläfchen beendet hat, und freue mich auf ein spannendes neues Jahr, das bestimmt noch ganz viele neue Weisheiten mit sich bringen wird. In diesem Sinne wünsche ich euch noch etwas verspätet (so viel zum Thema Zeitmanagement) aber von Herzen ein wundervolles 2016! Ich würde mich freuen, euch ab und zu in der Heimat begrüßen zu dürfen. Lasst es euch gutgehen!

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