MAMASEIN, Reisen mit Baby, Transportmittel
Schreibe einen Kommentar

Fliegen mit Baby oder Kleinkind

Ein weiteres „Erstes Mal“ liegt hinter uns. Nach 15 Monaten und 5 Tagen auf dieser wunderschönen Erde wurde es für unseren kleinen Mann Zeit, sich die ganze Sache mal von oben anzuschauen. Und da Mamas Beine unbedingt mal wieder ein bisschen Farbe abbekommen mussten, war ein Flug ins sonnige Spanien genau das Richtige für uns. Mit nur 2,5 Stunden hatten wir mit Valencia ein gutes Ziel für den „Einstieg“ ins Fliegen gefunden, trotzdem hatte ich im Voraus so meine Bedenken und Zweifel, wie das alles so klappt mit Kind und Kegel und Koffer hoch über den Wolken. Im Nachhinein kann ich sagen, dass meine schlaflosen Nächte, wie fast immer, völlig umsonst waren. Mit ein bisschen Organisation im Voraus kann so ein Flug mit Baby oder Kleinkind sogar richtig entspannt sein. Hier eine kleine Zusammenfassung meiner Überlegungen und gemachten Erfahrungen, die vielleicht den ein oder anderen zweifelnden Eltern bei der Reiseplanung helfen können.

Auf dem Schoß oder eigener Sitz?

Dies ist die allererste Frage, die man sich vor der Flug-Planung stellt. Babys und Kleinkinder bis 2 Jahre fliegen in der Regel bei allen Airlines kostenlos, vorausgesetzt sie benötigen keinen eigenen Sitz, sondern sitzen die komplette Zeit auf dem Schoß eines Elternteils. Hier werden sie mit einem besonderen Gurt befestigt, der von den Flugbegleitern vor dem Flug ausgehändigt wird. Der wohl größte Vorteil dieser Variante sind die gesparten Kosten. Ein Nachteil ist, das man mit Kind auf dem Schoß weniger Platz und Freiraum hat. Vor allem wenn das Kind schon etwas älter ist, sich viel bewegen will und nicht mehr einfach so auf Mamas Schoß einschläft, kann der Flug (Für Mama, Papa und Baby) recht anstrengend werden.

Die zweite Möglichkeit ist, für den Sprössling einen eigenen Sitz im Flieger zu buchen. Dies ist um einiges teurere als Variante 1, da man zwar einen Kindertarif zahlt, dieser sich jedoch fast kaum vom normalen Flugpreis unterscheidet. Das Kind sitzt dann im selbst mitgebrachten Autokindersitz (vorher checken, ob Sitz zugelassen), welchen man einfach wie im Auto auf dem Flugzeugsitz befestigt. Wir haben uns für diese Sitz-Option entschieden, da wir zum einen sowieso einen eigenen Autositz für den Mietwagen mitnehmen wollten und außerdem beim ersten Flug unseres Juniors auf Nummer sicher gehen wollten, dass er sich wohlfühlt (schließlich kennt er seinen Autositz, schläft darin schnell ein, etc.). Dieser Gedanke hat sich definitiv bewahrheitet, denn schon auf der Fahrt zur Startbahn schlummerte unser Sohnemann friedlich ein und verschlief direkt die erste Hälfte des Fluges. Mama und Papa konnten sich so erst einmal entspannt zurücklehnen und einen Kaffee trinken. Alternativ zum Autositz (wenn man diesen zum Beispiel nicht am Urlaubsziel benötigt und ihn nicht die ganze Zeit mitschleppen möchte) können Kleinkinder auch mit Hilfe eines Kinderrückhaltesystems z.B CARES gesichert werden. Diese kosten um die 80 Euro und müssen selbst mitgebracht werden.

Fazit: Die „Eigene-Sitz-Variante“ lohnt sich auf jeden Fall, auch bei einem kürzeren Flug. Für Baby und Eltern ist es entspannter, auch ist es wesentlich sicherer als die „Schoß-Variante“. Ich würde mich auf jeden Fall wieder für diese Option entscheiden und sie auch weiterempfehlen. Sicherheit steht an erster Stelle und dafür zahlt man doch gerne ein bisschen mehr.

Noch ein Hinweis fürs Buchen von einem eigenen Sitz fürs Baby: Bei der Online Buchungsmaske muss man bei Alter des Kindes 2-11 Jahre angeben, auch wenn das Baby jünger ist. Es wird dann der Kindertarif berechnet. Wählt man 0-2 Jahre aus, geht die Airline automatisch davon aus, dass das Baby keinen eigenen Sitz braucht und umsonst mitfliegt.

 

Wichtigste Dinge fürs Handgepäck

Die Handtasche fürs Flugzeug packen kann schon als Alleinreisende(r) eine Herausforderung sein. Und das ganze dann mit Kleinkind…puh! Hier kommt eine kleine Checkliste, was wir auf dem Flug benötigt haben.

  • Wasserflasche: Durch die klimatisierte Luft im Flieger ist Trinken für die Kleinen besonders wichtig. Zwar bekommt man ja später auch Getränke vom Flugpersonal, jedoch sitzt man ja schon vor Start eine Weile im Flieger und auch während des Starts ist es gut wenn die Babys trinken (oder gestillt werden), damit sie den Ohrendruck nicht so stark merken. Keine Sorge wegen des Flüssigkeitsverbots: Babynahrung darf im Handgepäck mitgenommen werden, die Flaschen werden bei der Sicherheitskontrolle nochmal extra durchgecheckt.
  •  2-3 Obstgläschen (je nach Flugdauer): Sie müssen nicht warmgemacht werden und man kann sie problemlos zwischendurch am Gate oder im Flieger füttern. Während des Flugs kann man auch Gläschen vom Bordpersonal bekommen (warm und kalt), trotzdem ist eine Reserve nicht verkehrt, vor allem wenn man vor oder während dem Start den Junior ablenken will. Achtung, Löffel nicht vergessen!
  • Kekse und Babysnacks: Ebenfalls für Zeitüberbrückung
  • Kleine Wickeltasche: Sollte schnell griffbereit sein und nur die wichtigsten Basics enthalten – 2-3 Windeln, Feuchttücher, Wickelunterlage. Im Flugzeug gibt es einen aufklappbaren Wickeltisch auf der Toilette.
  • Bücher und Spielsachen: Je kleiner, je besser. Beim Einstieg ins Flugzeug gibt es bei vielen Airlines auch nochmal ein Stofftier für die kleinen Passagiere.
  • Outfit im Flieger: Am besten den Zwiebel-Look. Am Flughafen und im Flieger ist es oft gut klimatisiert, weshalb ein Jäckchen und eine dünne Mütze immer dabei sein sollten. Darunter ein dünner Body und ein dünnes Langarmshirt. Dazu eine bequeme Jogginghose. Wenn das Kind bereits Schuhe trägt, nochmal extra Socken für den Flug einpacken, damit man die Schuhe ausziehen kann.
  • Ersatz-Body, Oberteil und Hose: Falls beim Essen oder beim Windel wechseln was daneben geht.
  • Wichtige Reisedokumente: Baby-Reisepass, Impfpass und Nachweis Krankenversicherung

 

Abläufe am Flughafen

Bei vielen Airlines kann man bereits im Voraus online einchecken und sogar Sitze reservieren. Eine riesige Zeitersparnis, da man nicht mehr wie früher Stunden vor dem Flug am Flughafen sein muss und man sich die Sitzplätze in Ruhe auswählen kann. An größeren Flughäfen gibt es Gepäckautomaten, sodass man direkt mit seiner selbst ausgedruckten Bordkarte ganz ohne langes Wartes seine Koffer ruck-zuck los ist. Hat man einen Buggy dabei, kann man diesen ganz bequem bis zum Gate mitnehmen. Dort wird er erst kurz vor Einstieg ins Flugzeug abgestellt und direkt nach Ankunft am Ziel wieder ausgehändigt (manchmal wird er auch mit Gepäck aufs Band gelegt).  Ein Buggy kann bei vielen Airlines als kostenfreies Handgepäck mitgenommen werden, genauso wie ein Kinderautositz.

Bei der Sicherheitskontrolle wird Buggy und Co. wie das Handgepäck aufs Band gelegt. Babynahrung und Getränke werden eventuell noch einmal separat untersucht, generell darf aber alles mitgenommen werden. Durch den Körperscanner kann man je nach Flughafen und Modell das Baby auf dem Arm tragen, bei neueren Modellen, wie zum Beispiel am Flughafen Frankfurt, muss man einzeln durch die Kontrolle gehen. Die Kinder werden dann vom Personal durch die Kontrolle begleitet.

Auch das Boarding ist mit kleinen Kindern sehr entspannt. Wie bereits erwähnt kann man sie bis zum Gate im Buggy (alternativ auch Kinderautositz auf Kinderwagengestell) mitnehmen und somit auch gut das Handgepäck transportieren. Reisende mit Babys und kleinen Kindern dürfen zuerst ins Flugzeug steigen, sodass man sich nicht an die lange Schlange anstellen muss und im Flieger genug Zeit hat, um noch den Autositz oder andere Gurte zu befestigen. Ein kleiner Nachteil ist, dass man dadurch wesentlich länger im Flieger sitzt, bis es endlich losgeht und die Kinder eventuell schon quengelig werden.

Am Zielflughafen bekommt man nach Ausstieg seinen Buggy, Autositz oder Kinderwagen direkt wieder ausgehändigt. Manchmal kann es sein, dass man auch am Gepäckband darauf warten muss.

Noch ein kleiner Tipps für alle, die am Urlaubsort mit dem Mietwagen unterwegs sind, jedoch keinen eigenen Autokindersitz mitschleppen wollen: Fast alle Mitwagen-Agenturen verleihen Sitze, auch ganz spontan vor Ort.

Habt ihr noch Tipps für das Fliegen mit Baby oder Kleinkind? Immer her damit!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.