Feature, Feature Reisen, REISEFIEBER, Reisen mit Baby, Rundreisen, Südschweden
Schreibe einen Kommentar

On the road: Südschweden – Rundreise mit Kleinkind und Wohnwagen

Dank einer sehr lieben Freundin, die beschlossen hat, ihrem schwedischen Freund in dessen Bilderbuch-Büllerbü-Heimat das Ja-Wort zu geben, stand das Ziel für unseren Frühsommerurlaub im Mai letzten Jahres sehr schnell fest. Schließlich fliegt man ja nicht mal eben für einen Tag nach Südschweden, sondern will dieses wunderschöne Fleckchen Erde auch noch ein bisschen genauer betrachten. Und so verlängerten wir den Hochzeits-Trip um eine 10-tägige-Rundreise durch das Land der Schären, Seen, Elche und roten Holzhäuschen. Mit dabei: Unser damals eineinhalbjähriger Sohnemann, eine fahrbare Unterkunft, auch Wohnwagen genannt, und gefühlt unser halber Hausbestand. Warum wir uns ausgerechnet für einen Wohnwagen entschieden haben und wie unser Fazit zum Thema Camping mit Kindern ausfällt, habe ich euch in diesem Artikel schon einmal zusammengefasst. Alles zu unserer Reise mit den schönsten Campingplätzen, Ausflugszielen und Tipps zur Rundreise in Südschweden gibt es nun in diesem Beitrag für euch.

Wohnwagen-Rundreise Südschweden

Das findet ihr hier:

Reisevorbereitung
Beste Reisezeit
Wohnwagen/Wohnmobil buchen
Anreise planen – Fähren und Brücken
Route, Gepäck und Sonstiges

Unsere Reise
Teil 1: Die raue Westküste erkunden
Teil 2: Unterwegs im Småland
Teil 3: Strand und Sonne satt an der Südküste bei Ystadt

Reisevorbereitung

 

Wann ist die beste Reisezeit für Südschweden?

Wer noch ganz am Anfang seiner Reise-Planung ist, wird erst einmal überlegen, welche Zeit sich für eine Rundreise in Südschweden gut eignet. Wie bei fast allen Reisen kommt es ein bisschen darauf an, was man während der Reise sehen/erleben möchte. Generell sind die Monate Mai bis September eine gute Zeit, da es hier relativ mild ist und es wenig Niederschlag gibt. Im Mai und Juni kann es noch etwas kühl sein, vor allem an den Küsten weht meist ein frischer Wind, was beim Campen etwas ungemütlich werden kann. Wir haben unsere Reise Mitte Mai angetreten und saßen abends oft mit dicken Jacken und Decken am Lagerfeuer. Aber das gehört ja auch irgendwie zum Camping-Feeling dazu, vor allem an der rauen Küste. Tagsüber hatten wir wettertechnisch alles dabei: mal kühle Regentage, mal Sonne pur bei über 20 Grad. Für Ausflüge optimal, zum Baden zu kalt. Etwas schade war, dass in den Küstenorten einige Cafés und Buden (zb. Fischbuden) noch komplett geschlossen waren und/oder renoviert wurden für den Sommer. Viele Besitzer teilten uns mit, dass circa Mitte Juni erst die Saison beginnt.

Wer mit dem Wetter auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher für seine Reise die Hochsommer-Monate Juli und August auswählen. Ob dann Badewetter herrscht, ist immer noch fraglich (schließlich sind wir ja in einem nordischen Land), die Chancen auf Sonne und Temperaturen bis 30 Grad stehen jedoch gut. Schön ist auch, dass die Tage im Sommer teilweise bis zu 17 Stunden lang sind.  Nachteile einer Reise im Sommer sind, dass Juli und August auch Ferienzeit in Schweden ist und die Badeorte entlang der Küste vollkommen überfüllt sind. Außerdem sind nicht nur viele Touristen, sondern auch tausende Insekten unterwegs, vor allem im Småland, wo sich ein See an den anderen reiht. Also entweder genug Autan einpacken oder sich doch eher für die Monate Mai, Juni oder September entscheiden.

Noch ein kleiner Tipp: Bei unserer Reise im Mai/Anfang Juni waren die Küstenorte zwar noch sehr ruhige und man konnte sich alles gemütlich anschauen, allerdings hatten viele Cafés und Buden (zb. Fischbuden) noch komplett geschlossen, was sehr schade war. Viele Besitzer teilten uns mit, dass circa Mitte Juni die Saison beginnt, es jedoch trotzdem noch relativ entspannt zugeht. Ein sehr guter Zeitpunkt also für eine Reise nach Südschweden!

So einsam und entspannt schlendert man im Mai durch die sonst gut besuchten Küstenorte, wie hier an der Promenade in Smögen. Im Sommer sieht das etwas anders aus…

Strand bei Ystadt Anfang Juni: Temperaturen über 20 Grad und Sonne satt. Auch im Juni kann man also schon ein bisschen Sommer in Südschweden genießen.

Wohnwagen bzw. Wohnmobil buchen

Steht der Zeitpunkt der Reise fest, wird man als nächstes überlegen, mit welchem Transportmittel die Rundreise angetreten wird und wie man nächtigen möchte. Für eine Rundreise, vor allem mit Kindern, eignet sich ein Wohnmobil oder Wohnwagen sehr gut, da man dann alles schon an Bord hat und nicht bei verschiedenen Unterkünften den Krempel ein- und ausladen muss. Noch mehr zu diesem Thema und die Punkte, die für oder gegen Wohnmobil bzw. Wohnwagen sprechen findet ihr hier. Es lohnt sich, schon rechtzeitig vor Reiseantritt einen Wohnwagen/Wohnmobil zu buchen, da diese, vor allem in der Camping-Hauptsaison im Sommer, sehr schnell vergriffen sind. Wir haben unseren Wohnwagen bei einer Mietstation nahe unserem Wohnort gebucht (Reisemobile Albert in Butzbach: super Preis-Leistungsverhältnis, super saubere und schicke Wohnwägen z.B. Wohnwagen mit 4 Schlafplätzen und „Badezimmer“ für 14 Tage in Hochsaison 630 Euro) und konnten so schon vor Abreise alles im Wohnwagen verstauen. In der Regel sind die Mietkosten in Deutschland geringer als in Südschweden, jedoch kann man auch in Betracht ziehen, nur mit dem PKW anzureisen (falls man das ganze Gepäck ins Auto bekommt) und erst vor Ort einen Wohnwagen abzuholen. Das spart einiges an Zeit bei der Fahrt in den hohen Norden.

Alles an Bord! Los geht’s Richtung Hoher Norden

Fähre und/oder Brücken buchen

Rechtzeitig vor Reisebeginn sollte man sich auch über die Anreise nach Südschweden Gedanken machen. Es gibt hierfür viele unterschiedliche Möglichkeiten, hier kommen mal zwei verschiedene Routen und ihre Vor- und Nachteile:

Variante 1: Direkte Fährverbindung Deutschland – Südschweden:

Diese Verbindung eignet sich gut, wenn man so wenig wie möglich selbst fahren möchte und einem eine längere Fährfahrt nichts ausmacht. Ab Travemünde starten mehrmals täglich direkte Fähren bis zum südschwedischen Trelleborg mit den Anbieter TT-Lines . Die Route führt über Rostock, weshalb die Fahrt 8 -10 Stunden dauert, dafür aber den besten Preis bietet. Alternativen sind: Travemünde – Malmö in 9 Std. mit Finnlines, Rostock – Trelleborg in 4-5 Std. mit TT-Lines oder Sassnitz (Rügen) – Trelleborg in 4-5 Stunden mit Stenaline. Wir haben uns für die Variante Travemünde – Trelleborg entschieden und fanden es auf jeden Fall von Vorteil, nicht zu lange im Auto sitzen zu müssen (vor allem für den Fahrer war die lange Nachtfahrt bis Travemünde schon anstrengend genug). Auf der Fähre konnte unser Junior herumlaufen und wir konnten ihn viel besser beschäftigen als im Auto. An Bord der Fähren gibt es ein Spielzimmer, ein großes Restaurant und ein Sonnendeck. Trotzdem ist die Fahrt schon sehr sehr lange und irgendwann ist selbst das tollste Bällebad nicht mehr interessant. Dazu muss ich sagen, dass wir morgens losgefahren sind und daher den ganzen Tag auf der Fähre waren (das heißt, nur ein kurzer Mittagsschaf im Buggy…). Eine gute Alternative, vor allem wenn man mit Kindern reist, wäre eine Verbindung über Nacht mit Kabine oder eben eine kürzere Verbindung, die dafür etwas mehr kostet.

Noch ein Tipp für eine lange Fährfahrt mit Kindern: Alle Fahrzeuge werden in den unteren Garagen der Fähre geparkt, die man vom Ablegen bis zur Ankunft nicht mehr betreten darf. Man sollte daher schon alles für den Tag/die Nacht auf der Fähre separat einpacken, das heißt Buggy und Co, Essen, Spielzeug, genug Wickelzeug, Kleidung und was man für sich selbst noch alles braucht. Wie gesagt, so eine Fährfahrt kann ganz schön lange werden und der Bord-Supermarkt ist viel zu teuer um Snacks und Sonstiges zu shoppen.

Variante 2: Anreise über Dänemark via Fähre und Öresundbrücke:

Diese Variante wird ebenfalls von vielen Südschweden-Reisenden genutzt und bedeutet weniger Fähre, dafür viel mehr Auto/Wohnmobil-Fahren. Start ist der Ort Puttgarden auf der Insel Fehmarn, von wo aus die Autofähren zum dänischen Ufer, genau genommen nach Rødby, starten. Die Überfahrt dauert gerade einmal 45 Minuten, dafür liegt dann noch eine 2-3-stündige Autofahrt durch Dänemark bis zur Öresundbrücke vor einem. Ankunft ist dann südlich von Malmö. Kombitickets für Fähre und Öresundbrücke gibt es bei Scandlines. Vorteile dieser Route sind, dass man nur eine kurze Zeit auf der Fähre verbringen muss (vor allem, wer schnell seekrank wird, sollte diese Variante wählen) und dass man bei der Anreise auch gleich noch etwas von Dänemark sieht. Wer viel Zeit hat, kann vielleicht sogar in Dänemark einen kleinen Stopp einlegen. Nachteile sind, wie schon erwähnt, die längere Fahrtzeit (insgesamt ca. 5 Stunden mehr Autofahrt als bei Variante 1), außerdem kann die Öresundbrücke bei starkem Wind geschlossen werden, was man im Voraus nicht weiß. So kann sich die Weiterreise spontan um einige Stunden oder sogar um einen Tag verschieben.

Wohnwagen-Tour durch Schweden mit Kindern: Was muss sonst noch vorbereitet werden?


Route –
Auch wenn das Schöne am Wohnwagen/Wohnmobil die Flexibilität ist, macht es Sinn, sich schon vor der Reise zu überlegen, wo man eventuell längere und kürzere Stopps einlegen möchte und man dementsprechend schon einmal nach passenden Campingplätzen schauen kann. Reist man in der Nebensaison, so wie wir im Mai, ist es nicht notwendig, einen Stellplatz zu reservieren. Wir haben dann meist spontan nach einem Campingplatz geschaut, wenn wir wussten, wie lange wir ungefähr fahren und welche Gegend wir erkunden wollen. Ein praktischer Begleiter war dabei der ADAC Campingführer, den wir im Gepäck hatten. In den Sommermonaten ist es auf jeden Fall ratsam, Stellplätze schon im Voraus zu reservieren. Vor allem Campingplätze an der Küste können dann recht voll sein. In Schweden ist übrigens auch wildes Camping erlaubt, solange man sich an gewisse Vorschriften hält.

Lebensmittel –  Ein wichtiger Punkt, der ebenfalls zur Reisevorbereitung gehört: Einkaufen. Natürlich gibt es auch in Südschweden in jedem größeren Ort einen Supermarkt, dennoch spart man Geld und auch zu Reisebeginn viel Zeit und Nerven, wenn man ein paar „Basics“ schon dabei hat, zum Beispiel Toast, Milch, Butter, Aufstriche, etwas Obst und Gemüse, Öl, Salz, Wasser, je nach Alter des Kindes Brei und Snacks… Wer gerne mal abends ein Bierchen oder ein Gläschen Wein trinken möchte, der sollte dies auf jeden Fall von zu Hause mitbringen. Alkohol ist in Schweden durch die hohe Besteuerung um einiges teurer als bei uns, egal ob im Restaurant oder im sogenannten Systembolaget (Läden, die Alkohol verkaufen dürfen).

Ein bisschen Camping-Realität: So sieht Frühstücksvorbereitung im Wohnwagen aus

Grillgut – Grillen und Campen gehört einfach zusammen. An fast allen Campingplätzen ist Grillen und Lagerfeuer erlaubt und es gibt Feuerstellen. Grillzubehör sollte daher mit im Gepäck sein. Ob man wirklich Kohle mitschleppen möchte, kann man sich überlegen, ansonsten gibt es diese auch in jedem Supermarkt. Wir hatten eine Feuerschale dabei und konnten somit immer direkt an unserem Stellplatz grillen und später am Lagerfeuer sitzen.

Grillen und Lagerfeuer an den schönsten Orten: Mit Feuerschale ist man super flexibel und sie nimmt weniger Platz weg als ein Grill..

Gepäck – Am besten so sparsam wie möglich packen – mit Kindern eine echte Herausforderung, ich weiß! Regenjacke und Matschhose sollten definitiv ins Gepäck, auch im Sommer. Und eins, zwei dicke Pullover (natürlich auch für die Erwachsenen) für kühlere Abende. An fast allen Campingplätzen gibt es die Möglichkeit zu waschen, also keine Sorge, falls die sauberen Klamotten ausgehen sollten. Je nach Ausstattung des Wohnmobils/Wohnwagens sollte auf jeden Fall ein Wasserkocher mit ins Gepäck, außerdem ist eine aufklappbare Campingsitzgruppe mega praktisch. Je nach Alter des Kindes muss noch ein Kinderstuhl mit (passt in der Regel auch in die Sitzecke im Wohnwagen, falls man mal nicht draußen essen kann).

Mit der richtigen Kleidung kann auch ein Regentag nicht die Camping-Laune verderben…

Führerschein checken – Ob der aktuelle Führerschein ausreicht, um ein Wohnmobil/einen PKW mit Wohnwagen steuern zu dürfen, hängt von Ausstellungsjahr des Führerscheins und Gewicht des Fahrzeuges ab. Am besten im Voraus gut informieren, zum Beispiel hier, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Geld umtauschen für Schweden – Die Umrechnung von Krone beträgt 9,5663 SEK (Stand März 2017), also 1 Euro sind circa 10 Kronen (so habe ich mir das immer gemerkt). Wir haben gar kein Geld im Voraus umgetauscht, sondern haben vor Ort am ersten Bankautomat Geld abgehoben, was mit den meisten Reise-Kreditkarten kostenfrei geht. Wie in fast allen europäischen Ländern kann man überall auch direkt mit Kreditkarte zahlen, für ländlichere Gegenden und kleine Läden, Cafés etc. ist es jedoch nicht verkehrt, auch immer etwas Bargeld dabei zu haben. Auf den Fähren wird übrigens noch der Euro als Zahlungsmittel akzeptiert, weshalb man sich für die Anreise keine Gedanken machen muss.

Rundreise Südschweden Teil 1: Die raue Westküste erkunden

Endlich geht’s los! Nach 8-stündiger Fahrt in den Norden Deutschlands und einem langen Tag auf der Fähre (siehe Fährverbindung Travemünde-Trelleborg), hatten wir nach dem Anlegen in Trelleborg endlich schwedischen Boden unter den Füßen. Da es am Anreisetag wenig Sinn gemacht hätte, noch weiter zu fahren, verbrachten wir die erste Nacht direkt in Trelleborg auf dem Campingplatz Dalabadets Camping, nur wenige Minuten vom Fährhafen entfernt. Diesen hatten wir vorsichtshalber bereits im Voraus gebucht, da der Campingplatz gerne als erste Anlaufstelle genutzt wird und wir auf keinen Fall mehr lange herumfahren wollten nach der langen Anreise. Und auch wenn alle müde und hungrig waren, war die Anstrengung der Reise sofort vergessen, als wir den tollen Strand entdeckt haben und unser kleiner Mann begeistert durch den Sand gewälzt ist.

Müde?! Kein bisschen! Wenn man schon mal so einen tollen Strand vor der Tür hat, wird doch nicht geschlafen! Auch nicht nach 16 Stunden Anreise nach Schweden…

Campingplatz Hafsten Camping bei Uddevalla – Kinderparadies mit perfekter Küstenlage

 

Am nächsten Morgen ging die Südschweden Rundreise dann richtig los. Von Trelleborg starteten wir in Richtung Norden, vorbei an Malmö und Göteborg bis zu unserem ersten längeren Domizil bei Uddevalla, dem Hafsten Camping Resort. Der relativ große Campingplatz hat eine traumhafte Lage am Meer bei den beiden Inseln Orust und Tjörn und ist der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Westküste. Wie der Name bereits erahnen lässt, handelt es sich um ein ganzes Ferienresort, das nicht nur Stellplätze für Wohnwägen/Wohnmobile hat, sondern auch kleine Hütten vermietet und ein riesiges Freizeitangebot bietet. Von Schwimmbad mit Rutsche über Wellness-Bereich bis hin zu Restaurant (Vorsicht: sehr teuer!) und unzähligen Spielplätzen lässt der Campingplatz keine Familien-Wünsche offen. Früh morgens gab es außerdem frische Brötchen beim Camping-Lädchen. Bei uns im Mai ging alles noch sehr beschaulich zu, weshalb wir auch problemlos ohne Reservierung einen traumhaften Platz mit Blick über die Küste ergattert haben. Nur wenige Meter von unserem Platz entfernt gab es WC, Dusche und ein extra Badezimmer für Babys und Kleinkinder, alles super gepflegt und sauber! Unser Sohnemann kam gar nicht mehr aus dem Staunen heraus bei all den Spielplätzen und abends gab es für Mama und Papa Lagerfeuer mit Sonnenuntergang über dem Meer. Wenn das nicht nach perfektem Camping-Urlaub klingt.

Unser morgendlicher Ausblick aus dem Wohnwagen – Das Hafsten Camping Resort liegt eingebettet in rauer schwedischer Küstenlandschaft…

 

An dem kleinen Sandstrand kann im Sommer gebadet werden. Wir haben hier die tolle Atmosphäre in der Abenddämmerung genossen..

Ausflüge entlang der Westküste


Insel Orust

Das Hafsten Camping Resort liegt perfekt, um die zerklüftete Scherenküste im Westen zu erkunden. Quasi vor der Haustür befinden sich die beiden Inseln Orust und Tjörn, welche per Brücke erreichbar und auch verbunden sind. Gerne hätten wir bei einem Tagesausflug beide Inseln besucht, doch nachdem wir auf Orust in dem kleinen Dörfchen Hälleviksstrand vom Saltkrokan-Fieber gepackt wurden, haben wir prompt die Zeit vergessen. Da wären wir auch direkt bei einem der Highlights unserer ganzen Südschweden-Reise angekommen: Mia’s Sjöbod. Betritt man das kleine Café, das sich ganz geheimnisvoll in einem zauberhaften Fischerhäuschen versteckt (übersetzt heißt das Café übrigens Mias Bootshaus, also passender könnte es nicht sein), kommt einem nur ein Gedanke: Hier ziehe ich ein! Innen ist urgemütlich und die selbstgemachten Kuchen und Süßigkeiten bringen gemeinsam mit den regionalen Produkten, die hier verkauft werden, alle Augen zum Leuchten. Doch damit nicht genug. Durch eine Holztür gelangt man auf die kleine Holzterrasse und ist umgeben von kleinen bunten Fischerhüttchen, die sich an die Schären schmiegen. Hallo Südschweden, jetzt sind wir wirklich mittendrin. Neben Kaffee und Kuchen gibt es ganz frische Fischsuppe und kleinere Snacks, die alle mit viel Liebe vom Hausherr zubereitet werden. Und das für schwedische Verhältnisse zu einem richtig guten Preis.

Das kleine Fischerdörfchen Hälleviksstrand auf der Insel Orust

Saltkrokan-Feeling vom Feinsten! Im Mai ist es hier zwar noch etwas frisch, dafür sind die kleinen Fischerdörfchen ganz verschlafen

Ein Juwel im Örtchen Hälleviksstrand: Das Café, Restaurant und Lädchen Mia’s Sjöbod findet man nur bei ganz genauem Hinschauen

Gleich schaut Pippi aus dem Fenster

So urig ist der Innenraum des Cafés, den man nur durch einen ganz schmalen Zugang entdeckt (wir hätten uns fast nicht getraut hineinzulaufen, da man von außen nicht ahnt, dass sich hier ein Restaurant versteckt)

Der Gastraum ist gleichzeitig voll mit allerlei regionalen Produkten und Leckereien.

Betritt man die kleine Terrasse von Mjas Sjöbod, ist man einfach nur noch verzaubert von all dem schwedischen Bilderbuch-Flair

Etwas größer als Hälleviksstrand, jedoch genauso charmant ist das Städtchen Mollösund, ebenfalls auf der Insel Orust. An dem kleinen Fischerhafen kann man wunderbar schlendern, sich in einem der Fischerbuden mit frisch geräuchertem Fisch eindecken oder sich im Café Emma mit einem Kaffee (den bekommt man in Schweden übrigens refillable, also zu Koffeeinmangel kommt es während einer Schweden-Reise sicherlich nicht…) in die Sonne setzen und den Fischerbötchen beim Schaukeln zusehen.

Fischerbude im Ort Möllesund auf Orust –  Hier decken wir uns mit frischem Fisch ein, der abends auf den Grill kommt.

Hoch in den Norden: Fjällbacka und Smögen

Ein weiterer Tagesausflug während unseres Aufenthalts an der Westküste führte uns Richtung Norden in die beiden Orte Fjällbacka und Smögen. Fjällbacka ist bekannt für seinen spektakulären Felsen mitten im Ort, den Vettberget, an den sich die typisch bunten Holzhäuschen schmiegen. Alle Astrid Lindgren Fans werden den Ort als Schauplatz des Romans „Ronja Räubertochter“ kennen. Eine enge Schlucht im Vettberget diente damals als Drehort für die Serie. Über eine Treppe kann man den mystischen Ort ganz einfach vom Hafen aus erkunden. Wer Fjällbacka besucht, sollte außerdem mit einem der vielen Bootsanbieter eine kleine Tour durch die Schären machen, teilweise mit Zwischenstopp auf einer kleinen Insel, wo dann Frischgefangenes aus dem Meer direkt zubereitet wird. Hierfür sollte man etwas mehr Zeit einplanen, was wir leider nicht geschafft haben.

Der Aufgang zur Schlucht im Vetterberget. Von oben gibt’s zur Belohnung einen schönen Blick über den Hafen.

Das Städtchen Fjällbacka ist bei Touristen sehr beliebt und kann im Sommer sehr voll werden. Im Mai war der Fischerort noch ganz verschlafen

Südlich von Fjällbacka auf einer der vielen Meeresarme entlang der Schärenküste liegt der Ort Smögen. Hier sind wir eher durch Zufall gelandet und waren von der Promenade mit dem berühmten Smögenkai (ein 1 Kilometer langer Holz-Pier), total begeistert. Zuerst reiht sich ein nettes Café, Restaurant und Lädchen an das nächste, weiter hinten findet man absolute Postkarten-Fischerhütten in allen Farben. Auch hier muss ich wieder erwähnen, dass es zu unserer Reisezeit sehr angenehm war über den Pier zu schlendern. Im Sommer zählt Smögen – so wurde es uns erzählt – zu einem der meistbesuchten Orte Südschwedens und die romantische Promenade verwandelt sich zum Touristen- und Ausgeh-Hotspot. Trotzdem lohnt sich ein Ausflug in das Fischerstädtchen definitiv, schon alleine wegen des zuckersüßen Cafés Bryggan, das gleichzeitig eine Pension ist. Hier genießt man frischgebackene Waffeln mit Blick auf das wuselige Treiben auf dem Pier. Ergattert man keinen Platz auf der hübschen Holzveranda, kann man sich im Inneren des Cafés vom skandinavischen Gespür für schöne Einrichtung verzaubern lassen und sich gleich ein paar Inspirationen für zu Hause holen.

Postkarten-Motive auf der Smögenbryggan

Der Holzpier ist fast einen Kilometer lang, führt vorbei an Cafés, Restaurants, Läden und bunten Fischerhüttchen und ist eine echte Attraktion in Südschweden

Im Café Bryggan direkt am Pier in Smögen erwartet einen Genuss pur…

…und ganz viel skandinavische Liebe zum Detail

Göteborg

Bei unserem dritten und letzten Tagesausflug an der Westküste Südschwedens wollten wir nach all der Seeluft noch ein bisschen Großstadtluft schnuppern und so machten wir uns auf den Weg nach Göteborg, das nur circa eine Stunde Fahrtzeit von unserem Campingplatz Hafsten Resort entfernt lag. Auch wenn das Wetter an diesem Tag nicht mitspielte und wir nach all der traumhaften Natur nicht besonders im Großstadt-Modus waren, hat der Ausflug für etwas Abwechslung bei unserer Camping-Reise gesorgt. Vor allem die Haga Nygata (quasi die „Altstadt“ Göteborgs) mit ihren niedlichen Häusern und den vielen kleinen Läden und Cafés hat es mir angetan. Im Restaurant Sjöbaren gab es ein richtig leckeres Mittagessen mit verschiedenen Fischgerichten. Zum Nachtisch musste dann natürlich eine typisch schwedische Zimtschnecke her. Doch wer gibt sich schon mit irgendeiner Zimtschnecke zufrieden, wenn es im Café Husaren , ebenfalls auf der Haga Nygata gelegen, eine XXL-Variante gibt, die dazu noch eine der besten des Landes sein soll. Für Letzteres fehlt mir leider der Vergleich, was ich jedoch sagen kann ist, dass auch die beste Zimtschnecke nach 3 Tagen nicht mehr wirklich gut schmeckt. 🙂

Ein Blick in die kleinen Höfe der Haga Nygata lohnt sich

Süße Cafés und kleine, individuelle Läden – Die perfekte Mischung für einen Stadtbummel und ein schöner Abschluss unseres Westküsten-Aufenthalts…

Rundreise Südschweden Teil 2: Unterwegs im Småland

Schweren Herzens ließen wir nach vier wundervollen Tagen an der Küste die Bohuslän Region hinter uns und machten uns auf ins Landesinnere in Richtung Småland. Doch auf Wasser wollten wir dennoch nicht so ganz verzichten und so hieß der nächste längere Aufenthaltsort unserer Südschweden Rundreise Gränna am Vättern, dem zweitgrößten See Schwedens. Unterwegs mussten wir natürlich auch einen kurzen Blick auf den großen Bruder, den Vänern-See, werfen und waren fasziniert, dass man hier keinen Unterschied zum Meer erkennt. Der Vänern ist nämlich so riesig, dass es hier genauso windig und wellenreich ist wie an einer Küste. Apropos windige Küste: Bei unserer Ankunft in Gränna hatten wir das Gefühl nicht nur in einer anderen Region, sondern plötzlich in einem anderen Land zu sein. Im Gegensatz zu dem bisherigen Wetter an der rauen Westküste (mit Winterjacke und Decke am Lagerfeuer…ihr erinnert euch…) erwarteten uns hier nun gefühlte 30 Grad, strahlender Sonnenschein und ein ruhig vor sich hinplätschender Vättern-See, in den wir am liebsten sofort gesprungen wären. Doch erst einmal hieß es Stellplatz beziehen auf dem wunderschönen Campingplatz Grännastrandens, der seinem Namen alle Ehre macht.

Hallo Sommer! In Gränna am Vättern erwartete uns ein sonnig warmes Plätzchen direkt am See!

Wenn das mal kein schöner Ort für ein abendliches Bierchen ist

Campingplatz Grännastranden in Gränna am Vättern – perfekte Mischung aus Natur und Kleinstadt á la Bullerbü

Mit dem Campingplatz Grännastranden haben wir ein echtes Juwel gefunden. Und das ganz durch Zufall. Auch wenn der Campingplatz nicht gerade klein ist, ist man von jedem Stellplatz aus in wenigen Minuten am See und an den sanitären Anlagen, die sich im Zentrum des Geländes befinden und sehr sauber sind. Hier gibt es auch eine Küche mit großem Aufenthaltsraum, wenn das Wetter mal nicht mitspielt und man seine Würstchen in der Pfanne anstatt auf dem Grill braten muss. Wir hatten das Glück, einen Platz direkt am See zu ergattern und konnten unser abendliches Bierchen und den morgendlichen Kaffee mit schönstem Blick genießen. Ein kleiner Nachteil der direkten Seelage sind die Moskitos, die vor allem in der Abenddämmerung überall herumschwirren (im Sommer bestimmt noch etwas schlimmer ist als im Mai). Ansonsten ist der Campingplatz in den warmen Monaten der perfekte Ort für Familien. Es gibt einen Sandstrand, direkt an einer kleinen Lagune, die vom See abgetrennt ist und daher angenehme Badetemperaturen hat. Direkt neben dem Campingplatz befindet sich der Hafen von Gränna mit Restaurants und Eiscafés. Auch ein super schön angelegter Minigolfplatz und dazugehöriger Spielplatz mit Blick über den See (Vorsicht: die Kinder bekommt ihr nie wieder von dem großen Hüpfkissen runter) gehören zu der Anlage.

Die „Lagune“ direkt vor unserer Haustür (Campertür)…Leider war es bei uns noch etwas zu kühl zum Baden, zum spazieren gehen eignet sich der See aber genauso gut

Was mir besonders gut gefallen hat war, dass man vom Campingplatz aus in wenigen Minuten zu Fuß den wunderschönen Stadtkern von Gränna erreichen kann. Morgens kann man in einem der beiden Supermärkte im Ort frische Brötchen oder andere Lebensmittel holen, ohne dass man extra mit dem Auto los muss. Und tagsüber gibt’s einen gemütlichen Bummel durch die schönen Lädchen, Cafés und bunten Häuserfassaden. Gränna ist übrigens ein ziemlich bedeutender Ort im Småland, hier kommen nämlich die berühmten rot-weißen Zuckerstangen, die sogenannten Polkagrisa, her. Überall gibt es kleine Zuckerstangen-Bäckereien, die neben den bekannten Stangen noch ganz viele andere knallbunte Plombenzieher herstellen und verkaufen. Na gut, ein bisschen Touri-like ist das schon, aber ganz ohne Kitsch geht das echte Büllerbü-Feeling dann eben doch nicht.

Vimmerby-Park?? Von wegen!! So sehen die ganz normalen Wohnhäuser in Gränna aus…

Da möchte man doch am liebsten sofort einziehen..

Zuckersüße Schaufenster mit zuckersüßem Inhalt

Nach vier wirklich abwechslungsreichen Tagen in Gränna machten wir unser fahrendes Zuhause wieder startbereit und steuerten weiter gen Süden. Unser Weg führte uns jetzt wirklich ins allertiefste Småland, wo uns streckenweise nichts als dunkler Wald, unzählige kleine Seen und einsam gelegene rote Bauernhäuschen begegneten. Unterwegs hielten wir noch in dem Städtchen Eksjö, das ebenfalls wie aus dem Bilderbuch ist. In der Fußgängerzone, die wie in Gränna aus vielen bunten Holzhäuschen besteht, gibt es viele kleine Lädchen und Cafés. Man spürt hier wirklich, dass man mittendrin ist im „Astrid Lindgren Land“. Nur wenige Kilometer von Eksjö befinden sich Orte wie Mariannelund und Katthult, die alle Michel-Fans bestens kennen werden. Unser nächstes Ziel hieß jedoch Ryd, welches irgendwo im Nirgendwo im südlichen Småland liegt. Wir haben uns ganz spontan für den Camingplatz Norraryds Camping entschieden, da wir noch einmal die einsame Natur des Landesinneren erleben wollten, bevor es wieder an die Südküste ging. Und genau diese Einsamkeit haben wir hier gefunden!

Campingplatz Ryd im südlichen Småland – Nichts als Wald und Seen

Als uns das Navi zum Campingplatz Norraryds am See Åsnen führte, wussten wir schon auf dem Weg, das uns hier genau das erwartet, was wir uns vorgestellt hatten. Waren wir bisher immer nahe der Zivilisation oder sogar direkt in einer Ortschaft, gab es hier wirklich meilenweit nur Wälder und unzählige kleine Seen. Der Campingplatz selbst ist ein großes Gelände mit vielen Stellplätzen im Wald, aber auch direkt am See. Zu unserer Reisezeit war der Campingplatz so gut wie gar nicht bewohnt, was einerseits idyllisch, andererseits auch etwas unheimlich war, vor allem als es dunkel wurde. Für Kinder ist das Gelände ein einziger Abenteuerspielplatz. Man kann durch die Bäume und Büsche klettern, Steine ins Wasser werfen und auf den kleinen Holzstegen balancieren. Natürlich gibt es noch richtige Spielplätze überall verteilt, die sich an das Konzept „Natur pur“ anpassen und komplett aus Holz gebaut sind. Im Sommer gibt es ganz viele Aktivitäten wie Angeln, Kajakfahren oder auch Höhlenklettern. Auch zum Wandern und Radfahren ist die Region perfekt. Die Anlage ist generell sehr gepflegt, die sanitären Anlagen sind einfach, aber sauber. Im Hauptgebäude, wo sich auch die Rezeption befindet, gibt es ein kleines Lädchen mit einem kleinen Café, wo man morgens auch Brötchen bekommen kann.

Die Fahrt zum Campingplatz Norraryds im Smaland verspricht schon pure Einsamkeit und viel Natur

Am Eingangsbereich erwartete uns wieder das fröhlich-schwedische rote Holzhäuschen

Solch idyllische Fleckchen findet man überall auf dem Campingplatz.

Rundreise Südschweden Teil 3: Strand und Sonne satt an der Südküste bei Ystad

Da unsere Abreise nun nur noch einige Tage entfernt lag, machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Südküste, wo unsere Reise begann und wieder enden sollte. Doch noch lautete das Ziel nicht Fährhafen Trelleborg, sondern die Küste bei Ystadt. Viele kennen die Stadt sicherlich durch die berühmten Wallander-Krimis und werden in der Altstadt einige Schauplätze wiedererkennen. Doch der Küstenabschnitt hat noch viel mehr zu bieten, vor allem das relativ milde Klima und die Sandstrände machen die Skåne Region zu einem beliebten Urlaubsziel in Südschweden. Und noch etwas hat mich hier total fasziniert. Die Küstenlandschaft ist wieder vollkommen anders als an der West- oder Ostküste Südschwedens. Von wegen Schären und Klippen, hier erinnern die sanften, grünen Hügel eher an die Küste Südenglands.

Zum Schluss der Reise gab es doch noch richtiges Sommer-Feeling an der Südküste

Die sanfte, grüne Küstenlandschaft hat uns wieder eine ganz neue Seite von Südschweden gezeigt

Löderups Strandbads Camping – Meeresrauschen zum Frühstück

Mit dem Löderups Strandbads Camping haben wir zum Abschluss unserer Reise noch einmal ein richtiges Paradies gefunden. Ein Stellplatz direkt am weiten Sandstrand mit Blick über das Meer…und dazu endlich strahlend blauer Himmel und Temperaturen, die fast zum Baden gereicht hätten. Hier wurde uns nun noch einmal bewusst, wie wahnsinnig vielfältig so eine Rundreise durch Südschweden ist. Wie auf unserer gesamten Reise haben wir auch den Löderups Campingplatz nicht reservieren müssen und haben trotzdem einen der besten Stellplätze ergattert. In der Hauptsaison ist eine Reservierung auf jeden Fall ratsam. Auch wenn der Campingplatz nicht besonders viele Annehmlichkeiten bietet – es gibt zumindest einen kleinen Spielplatz und ein kleines Kiosk – und die sanitären Anlagen auch nicht gerade eine Wellness-Oase sind, macht die Lage des Campingplatzes alle Minuspunkte wieder wett.

Good morning, sunshine, beach and sea! Um frische Seeluft zu schnuppern braucht man hier nicht mal das Bett zu verlassen

Der Löderups Strandbads Campingplatz hat wirklich eine grandiose Lage. Neben den Stellplätzen gibt es auch Hütten zu mieten.

Fast hätte ich mich ins Wasser getraut…zumindest mit den Füßen 😉

So nah am Meer haben wir wirklich noch nie genächtigt…

Abendessen mit Aussicht..

Noch ein kleiner Abendspaziergang…einfach nur traumhaft

Auch wenn wir am liebsten den ganzen Tag am Strand in der Sonne gelegen, Sand gebuddelt und Kaffee getrunken hätten, ist die Südküste viel zu schön, um nicht auf  eine kleine Entdeckungstour zu gehen. Nur wenige Minuten mit dem Auto vom Löderups Campingplatz entfernt befindet sich eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Südschwedens, das Ales Stenar. Dieser riesige Steinkreis wurde in Form eines Schiffes aufgebaut und stammt aus der Bronzezeit. Ähnlich wie bei anderen Steinkreisen ist die Bedeutung des Kreises ungewiss. Von Sonnenkalender bis Wikingergrabstätte ist alles möglich. Spektakulär ist nicht nur der Kreis an sich, sondern auch die Lage auf einer steil ins Meer abfallenden Klippe. Ganz Mutige können sich bis vor an den Abhang wagen und den Blick über das weite Meer genießen. Doch bloß aufpassen, dass einen der starke Wind nicht davonbläst. Vom Ales Stenar aus erreicht man nach einem schönen Spaziergang entlang der Küste (übrigens alles auch gut mit Kinderwagen zu erreichen) den kleinen Hafen des Fischerdörfchens Kåseberga. In der Räucherei am Hafen haben wir den leckersten Fisch des ganzen Urlaubes gegessen und auch gleich noch ein bisschen was für den Grill am Abend mitgenommen. Frischer geht wirklich nicht und die Auswahl ist so riesig, dass man sich gar nicht entscheiden möchte.

Das Stein-Monument Ales Stenar thront hoch über dem Meer. Was hier wohl einst vor sich ging?

Den frischesten Fisch mit der schönsten Aussicht bei herrlichem Sonnenschein…da bekommt man gleich wieder Fernweh..

Nach diesem wirklich tollen letzten Abschnitt unserer Südschweden Rundreise hieß es am nächsten Tag – übrigens wieder bei strömenden Regen, aber da fiel die Abreise auch nicht so schwer – Abschied nehmen vom hohen Norden. Mit der Fähre ging es wieder zurück nach Deutschland und von Travemünde direkt über Nacht nach Hause. Vollgepackt mit ganz vielen Eindrücken und Erfahrungen können wir sagen, dass wir definitiv einen guten Eindruck vom Land bekommen haben und wiederkommen werde –  dann vielleicht die gesamte Zeit in einer Region, die uns besonders gefallen hat. Doch die Entscheidung wird uns da bestimmt nicht leicht fallen…

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig Inspiration für eure Reise mitgeben und wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß beim Planen, Reisen, Genießen, Schlemmen, Sonne tanken, Staunen, Kindheitserinnerungen wecken und Postkartenmotive sammeln. Und solltet ihr bei eurer Reise des Öfteren die Frage „Vill du fika?“ hören, stempelt die Schweden nicht gleich als unanständig ab. Hierbei geht es lediglich um eine Einladung zur Lieblingsbeschäftigung der Skandinavier…Kaffee trinken natürlich!

Lasst es euch gut gehen!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.