MAMASEIN, Reisen mit Baby, Transportmittel
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Rundreise mit Kindern im Wohnwagen/Wohnmobil

Ab in den hohen Norden, genauer gesagt nach Südschweden, hieß es für uns Ende Mai. Und zwar nicht mal eben für ein paar Tage und ganz langweilig mit dem Flugzeug, sondern mit Wohnwagen, einer mehr oder weniger ausgeklügelten 10-Tages-Route und gefühlt unserer halben Einrichtung machten wir uns auf den Weg nach Travemünde, wo wir im Bauch einer gigantische Fähre verschwanden, die uns erst am schwedischen Ufer, genau genommen in der Hafenstadt Trelleborg, wieder ausspuckte. Hier begann und endete unserer Südschweden-Rundreise, die auch gleichzeitig die erste Camping-Reise mit unserem zum damaligen Zeitpunkt 18 Monate alten Sohnemann war. Warum wir uns für einen Wohnwagen als Transportmittel entschieden haben, die Vorteile, wie auch die Nachteile dieses Gefährts und unsere Erfahrungen über Campen mit Kleinkind im Allgemeinen habe ich mal für alle Rundreisen-Planer-Eltern-und-Nichteltern zusammengefasst.

Welches Transportmittel für eine Rundreise?

Für eine Rundreise (vor allem mit Kindern) ist es auf jeden Fall sehr praktisch, wenn man das Gepäck während der kompletten Reise an einem festen Ort hat und nicht alle ein bis zwei Tage in einer anderen Unterkunft den ganzen Krempel aus- und einladen muss. So zauberhaft die ganzen Ferienhäuschen und Bed&Breakfast Pensionen in Südschweden (und in vielen anderen Ländern) auch sind, uns ging es darum, an möglichst vielen verschiedenen Orten einen Stopp einzulegen und so grenzten wir unsere Transportmittel- und Unterkunftswahl schnell auf Wohnwagen oder Wohnmobil ein. Was für diese Art zu Reisen spricht und welche Nachteile das Campen mit sich bringen kann, habe ich euch kurz zusammengefasst:

Punkte, die für ein Wohnmobil/einen Wohnwagen bei einer Rundreise (mit Kleinkindern) sprechen:

  • Das Gepäck kann schon vor der Reise in den Wohnwagen/das Wohnmobil eingeräumt werden, wodurch man auch größere Gegenstände, wie Kinderstuhl, Kinderwagen etc., einfach mitnehmen kann. Alle Dinge sind die ganze Reise über an einem Ort verstaut und müssen nicht an verschiedenen Unterkünften ein- und ausgeladen werden.
  • Man kann spontan entscheiden, wo man als nächstes halten möchte, je nachdem, wo es einem gut gefällt oder wie lange die kleinen und großen Mitreisenden noch Geduld zum Fahren haben. Campingplätze müssen, außer in den sehr belebten Ferienzeiten, nicht im Voraus gebucht werden.
  • Man kann an den außergewöhnlichsten Orten übernachten, zum Beispiel direkt am Strand, inmitten wunderschöner Schären/Klippenlandschaften oder an einem einsamen See. In manchen Ländern, wie beispielsweise in Schweden, ist sogar wildes Campen erlaubt, vorausgesetzt es werden bestimmte Regeln beachtet.
  • Für kleine Kinder ist es angenehmer, wenn sie die ganze Reise über im gleichen Bett schlafen und sich nicht alle paar Tage oder sogar jeden Tag an eine neue Unterkunft gewöhnen müssen. Außerdem verlagert sich das „Wohnzimmer“ beim Campen nach draußen, was für Kinder eine schöne Erfahrung ist.
  • Mit einem Wohnwagen/Wohnmobil sind die Unterkunftskosten relativ günstig, wenn man im Voraus einige Anbieter von Mietstationen vergleicht.
  • Man  kann man sich gut und zu allen Tages- und Nachtzeiten (wichtig mit Kindern!) selbst versorgen, da man die Küche und alle Lebensmittel immer parat hat.

Punkte, die gegen ein Wohnmobil/einen Wohnwagen bei einer Rundreise (mit Kleinkindern) sprechen:

  • Die Anreise mit einem großen Fahrzeug kostet wesentlichen mehr Zeit als mit einem normalen PKW oder mit dem Flugzeug. Eine Alternative wäre das Anmieten eines Wohnwagens/eines Wohnmobils am Urlaubsort, was eine einfachere Anreise, jedoch höhere Kosten und Einsparungen beim Gepäck bedeutet.
  • Schlechtes Wetter! Entscheidet man sich für eine nördliche Destination als Rundreise-Ziel, kann es auch mal nass, kalt und stürmisch werden. Dann kann es (vor allem mit Kindern) schonmal recht eng und langweilig im Wohnmobil/Wohnwagen werden.
  • So sehr es kleine Kinder lieben im Wohnwagen zu turnen und zu klettern, so sehr müssen die Eltern aufpassen, was auf Dauer recht anstrengend werden kann. Beim Kochen am Gasherd klettert Junior direkt daneben auf dem Bett und will ständig mitmischen. Und auch bei der nicht gerade sehr robusten Wohnwagen- oder Wohnmobil-Einrichtung kann schnell etwas kaputt gehen, was wieder Kosten bedeutet.

 

Wohnwagen oder Wohnmobil?

Unsere Wahl fiel letztendlich auf einen Wohnwagen, da wir so unseren eigenen PKW mit dabei hatten, mit dem wir uns auch mal ohne fahrbares Zuhause auf Erkundungstour machen konnten. Vor allem entlang der Küsten, wo die Straßen schonmal eng und kurvenreich sein können, oder bei einem Tagesausflug in eine Großstadt, macht es mit Wohnmobil keinen Spaß zu fahren. Ein weiterer Grund, weshalb wir uns gegen ein Wohnmobil entschieden haben, war, dass so unser Sohnemann ganz normal in seinem Sitz auf der Rückbank unseres PKWs untergebracht war, was uns als sicherste Variante erschien.

Natürlich bringt ein Wohnwagen auch einige Nachteile gegenüber einem Wohnmobil mit sich. Für jeden, der nicht gerade berufsbedingt anhänger-erprobt ist, ist es sehr schwierig, mit einem zusätzlichen Gefährt, das sehr leicht ausscheren kann, die Kontrolle zu behalten. Dadurch wird die lange Fahrt noch anstrengender. Während unserer ersten Nachtfahrt von der Mietstation nahe Frankfurt bis zur Fährstation in Travemünde hatte ich daher einen fluchenden Fahrer neben mir sitzen, der sich sehnlichst ein Wohnmobil herbeiwünschte. Ich hatte gut lachen, denn selbst wenn ich tatsächlich den Wunsche verspürt hätte, dieses monströse Gefährt zu steuern, so hätte ich das ohne zusätzlichen Anhänger-Führerschein gar nicht gedurft (Puh, Glück gehabt!). Mit einem Wohnwagen dauert außerdem das „Stellplatz-Beziehen“ länger als mit einem Wohnmobil, das man einfach parken kann. Da das Auto abgekoppelt werden muss, braucht der Wohnwagen natürlich genug Halt an seinem Standort und alle Befestigungen müssen an jedem neuen Campingplatz aus- und wieder eingeklappt werden. Aus diesem Grund haben wir letztendlich unseren Standort doch nicht ganz so oft gewechselt, sondern hatten uns meist für 2-3 Nächte einen schönen Campingplatz gesucht, von wo aus wir mit dem Auto mehrere längere Ausflüge unternommen haben.

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Campingplatz Trelleborg, direkt am Fährhafen. Ein guter erster Anlaufpunkt nach der langen Reise nach Schweden.

 

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Hat man einen schönen Standort für den Wohnwagen gefunden, wie hier in Gränna (oberes Bild) und Uddevalla, bleibt man gerne für ein paar Tage und erkundet von dort aus die Region

 

Campen mit Kleinkind – Ein kleines Fazit

Bevor ich euch von unserer Rundreise durch Südschweden berichte, möchte ich schon einmal vorab ein kleines Fazit über Camping/Wohnwagen-Urlaub mit Kleinkind ziehen. Wir fanden die Reise super spannend, da wir wahnsinnig viel vom Land gesehen haben und trotzdem immer unser fahrbares „Zuhause auf Zeit“ dabei hatten, in dem wir uns pudelwohl fühlten. Auch unser kleiner Mann hat sich gleich an sein neues Domizil gewöhnt und liebte vor allem das riesengroße Bett, in dem wir sogar zu dritt mehr als genügend Platz hatten. Auf den Campingplatzen gab es immer tolle Spielplätze, ganz zu schweigen von der traumhaften Natur um uns herum, was für Kinder ein Paradies ist. Trotzdem würden wir im Nachhinein sagen, dass unser Kleiner mit seinen eineinhalb Jahren für einen Campingurlaub noch etwas zu jung war. Da er noch nicht richtig versteht, was gefährlich werden oder kaputt gehen kann, gab es in unserem Wohnmobil einige brenzlige Situationen und es sind ein paar Dinge nicht mehr heil zu Hause angekommen (z.B. der Rollo an einem der Fenster, den man stundenlang runter und rauf ziehen kann… ;)). Noch ein Punkt, den ich zum einen für uns Erwachsene sehr entspannt, für das Kind jedoch etwas schade fand, war, dass wir meistens erst den Kleinen ins Bett gebracht haben und dann mit dem Lagerfeuer und Grillen draußen begonnen haben. Wenn die Kinder etwas älter sind, bekommen sie einfach noch mehr von diesem besonderen „Camping-Feeling“ mit und können sich richtig in der Natur austoben.

Alles in allem war es jedoch eine ganz besondere Reise, die unsere Lust auf Camping geweckt hat. Jetzt freuen wir uns schon auf den nächsten Trip, wenn unser Sohnemann etwas älter ist und alles noch intensiver miterleben kann.

Alle Highlights unserer Rundreise in Südschweden mit den schönsten Orten und Campingplätzen, Cafés und allerlei Tipps  gibt es hier

5 Kommentare

  1. Marion sagt

    Hey Nadine,
    das ist genau unser Thema für nächsten Sommer! Bin gespannt auf eure Route und Tipps.
    Viele Grüße

    • Hey Marion,
      das freut mich, dass ich euch damit ein paar Tipps geben kann 🙂 Den Reisebericht stelle ich die nächsten Tage online.
      Liebe Grüße aus der Nachbarschaft 🙂

  2. Hallo, wir sind aktuell genau in Planung von Südschweden… mit drei Kids dann 1, 3.5 und 5.5 Jahre alt.
    ich habe nun den Folgeblog mit all den Highlights gesucht aber finde ihn nicht – könntest Du mir evtl helfen/ verlinken?
    Daaanke – es tönt nämlich sehr nach uns! 😍
    glg Eva

    • Hallo Eva,
      vielen Dank für deine Nachricht und dein Interesse an meinem Schweden-Bericht! Durch die Ferienzeit ist leider alles ein bisschen untergegangen. Der Reisebericht ist noch in Arbeit. Er kommt dann die Tage online. 🙂 Liebe Grüße, Nadine

  3. Pingback: On the road: Südschweden - Rundreise mit Kleinkind und Wohnwagen -

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