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Aus dem Alltag mit Baby: (Über)Leben auf dem Land

Ihr Lieben, vielleicht denken die ein oder anderen von euch über einen Umzug aus der Stadt in eine ländlichere Gegend oder sogar aufs Dorf nach. Falls ihr noch ein paar Entscheidungshilfen benötigt, schildere ich euch einmal ein bisschen den Alltag auf dem Land und die möglichen Gefahren, die so auf euch zukommen könnten. 😉 Natürlich gibt es auch gleich ein paar Überlebenstipps für alle, die bereits den Umzug in dieses fremde Territorium gewagt haben und sich nun über die ein oder andere Eigenart der Dorfbewohner wundern. Viel Spaß!

Die Ureinwohner

Die Ureinwohner eines Dorfes, auch Senioren oder Rentner genannt, wirken auf den ersten Blick ziemlich harmlos. Doch Vorsicht! Sie machen jeden Spaziergang mit dem Kinderwagen zu einem wahren Spießrutenlauf. Meistens lauern sie an ihren Fenstern oder auf Bänken und stürzen sich auf jede sich bietende Möglichkeit einer Konversation. Mütter mit Kindern zählen zu ihrer favorisierten Beute, da sie hier ihre beliebten Floskeln wie „Der Kleine sieht ja gar keinem von euch ähnlich“ oder „Der hat aber ganz schön dicke Backen“ loswerden können. Ist man neu in dem Dorf oder dem Ureinwohner noch unbekannt, wird er erst einmal gründlich die Herkunft und das Familienverhältnis der Beute analysieren. Es folgt eine endlose Aufzählung des neuesten Dorf-Klatsches, bei der jeder Versuch dem Ureinwohner mitzuteilen, dass man jetzt schnell weiter muss, sinnlos ist. Selbst ein laut schreiendes Baby im Kinderwagen bringt einen Ureinwohner nicht aus dem Konzept. Hoffnung auf ein Losreißen bietet meist nur der nahende Bäckerwagen, der einmal am Tag durchs Ort fährt, oder ein neuer potentieller Gesprächspartner, der sich dem Ureinwohner naht.

Eine gründliche Überlegung, ob man nicht doch lieber einen der alternativen Feldwege nimmt, auf denen dem Sprössling zwar das Frühstück wieder hochkommt, man jedoch dafür keiner Menschenseele begegnet, ist daher sehr ratsam. Entscheidet man sich doch für den Weg durch das Territorium der Ureinwohner, sollte man sich vorher mit genügend koffeinhaltigen Heißgetränken und Proviant fürs Baby ausrüsten.

 

Das Freizeitangebot

Das Freizeitangebot auf dem Land ist grenzenlos. Vorausgesetzt man mag Fußball oder wollte schon immer mal Querflöte spielen. Dies hat auf jeden Fall den Vorteil, dass es als Kind keine großen Entscheidungshilfen braucht, wenn es um die Auswahl der Hobbies geht. Natürlich gibt es weitere interessante Freizeitangebote in der nächstgelegenen Kleinstadt, die sehr gut zu Fuß erreichbar ist. Die zehn Kilometer über Wiesen, Hügel und durch Wälder ersetzen dann auch direkt das Aufwärmen und sorgen für einen erholsamen Schlaf des Nachwuchses.

Auch kulturell hat das Landleben mehr zu bieten, als so manchem bekannt ist. In den vielen ortansässigen Vereinen werden uralte Traditionen bis heute bewahrt. Besonders beliebt bei Jung und Alt ist das sogenannte Stiefel-Saufen. Diese Disziplin stammt bereits von den Ur-Ur-Ureinwohnern und wurde über mehrere Generationen weitergegeben. Keine Sorge. Bei dieser Disziplin geht es natürlich hauptsächlich um Konzentration und Geschicklichkeit. Der hochprozentige Inhalt des Stiefels spielt für die teilnehmenden Dorfbewohner selbstverständlich nur eine Nebenrolle.

Wer abends gerne mal ausgeht, der kann sich von dem kulinarischen Feuerwerk in der Sportlerklause verwöhnen lassen. Hier ist man dann auch gleich mittendrin im Dorfgeschehen und kann das Gruppenverhalten der Bewohner hautnah beobachten. Mit ganz viel Glück kommt man während seines Aufenthaltes sogar in den Genuss einer grölenden Gesangseinlagen der Senioren-Fußballmannschaft, die gerade das Derby gegen den Nachbarort gewonnen hat. Mehr Kultur an einem Abend ist kaum möglich.

 

Der Dorf-Gossip

Der Dorf-Klatsch und Tratsch ist ein existenzieller Bestandteil des Landlebens und wird mit Essen, Trinken und Atmen gleichgestellt. Wenn einem anderen im Dorf etwas passiert, wird diese Neuigkeit binnen Sekunden unter den Bewohnern verteilt. Die Richtigkeit der Information ist hierbei zweitrangig, was zählt ist Schnelligkeit und die Aufmerksamkeit, die dem Erzähler entgegengebracht wird. Vor allem für die Ureinwohner ist das Weitertratschen von Geschehnissen ein richtiges Hobby. Doch auch die jüngere Dorf-Generation freut sich fast kindlich über die Weitergabe von Informationen, die meistens beim allsonntäglichen Sportplatzbesuch, in der Krabbelstunde oder auf einer der zahlreichen kulturellen Veranstaltungen erfolgt. Neben besonderen Geschehnissen tauscht sich die Dorf-Bevölkerung auch gerne über außergewöhnliche Lebensumstände anderer Bewohner aus, die ihrem eigenen Weltbild nicht entsprechen. Möchte man nicht in die Fänge des Dorf-Tratsches geraten, sollte man sich daher an folgende Regeln halten: Mit 30 verheiratet sein. Bloß nicht unverheiratet ein Kind bekommen. Dem Kind keinen zu ausgefallenen Namen geben, den die Ureinwohner nicht aussprechen können. Nicht zu häufig und zu weit in den Urlaub fahren. Das Kind direkt nach der Geburt im ortsansässigen Fußballverein anmelden. Ihr seht also, liebe Neu-Landeltern, es ist gar nicht so schwer sich im Dorf zu integrieren. Einfach unauffällig verhalten, sämtliche Familientragödien vermeiden und samstags immer schön den Gehweg vorm‘ Haus kehren. Dann kann euch nichts passieren!

Fortsetzung folgt…

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